(04.04.2025)
DOW JONES--Die europäischen Börsen sind am Freitag mit weiteren Kursverlusten in den Handel gestartet. Zusammen mit dem Ausverkauf an den US-Börsen und dem Kursrutsch vom Vortag dürften die globalen Zollrisiken mehr oder weniger ausreichend eingepreist sein, hofft man im Handel. Mit einem DAX-Kursniveau um die 21.700 bis 21.500 Punkte sei man gut bedient, da es noch keine Kenntnis über drastische Gegenmaßnahmen aus der EU und China gebe, heißt es.
Der DAX verliert 1,2 Prozent auf 21.479 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gibt 1,2 Prozent auf 5.053 Punkte nach. Der Euro zeigt sich wenig verändert bei 1,1048 Dollar. Am Anleihemarkt geht es mit den Kursen nach oben, die Renditen fallen also. Der Ölpreis fällt um weitere 1,5 Prozent. Gold notiert wenig verändert bei 3.100 Dollar die Feinunze.
Zölle auf Pharmazeutika und Halbleiter sollen kommen
Nun dürfte vor allem weiter differenziert werden zwischen den einzelnen Branchen, wie stark sich die US-Zölle auf ihre jeweiligen Gewinne auswirken werden, heißt es im Handel. US-Präsident Donald Trump hat während seines Fluges in der Air Force One sein Versprechen wiederholt, Zölle auf Pharmazeutika und Halbleiter zu erheben. Mit Blick auf den Zeitpunkt einer möglichen Ankündigung und Einführung blieb Trump jedoch vage. Zugleich hat Trump Verhandlungsbereitschaft signalisiert.
Die massiven Kursverluste in den USA wurden vor allem von den US-Technologiewerten angeführt. Apple, Amazon und Meta brachen über 9 Prozent ein, auch Nvidia, Broadcom und andere Chipwerte lagen bei ähnlichen Verlusten. Dienstleister wie Microsoft kamen mit minus 2,4 Prozent noch glimpflich davon. Hier spiegeln sich allerdings nicht nur die Zölle gegen Produktionsstandorte in Asien wieder - denn die Wall Street hat Angst vor einem Gegenschlag vor allem gegen die US-Technologieriesen in Europa.
Offen ist nun die Reaktion der EU. Diese hat bereits am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz eine entschiedene, aber besonnene Reaktion angekündigt. Dabei setzt die EU auch auf Verhandlungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die US-Zölle in einer ersten Reaktion bedauert und die negativen Folgen für die Weltwirtschaft herausgestellt. "Sie scheint die Tür für Verhandlungen aber offenhalten zu wollen", so die Commerzbank.
Fed-Chef Powell spricht am Nachmittag
Am Nachmittag wird über den Zustand des US-Arbeitsmarktes berichtet. Noch wichtiger könnte aber die Rede von Fed-Chairman Jerome Powell am Abend zum Wirtschaftsausblick werden. "Powell ist nach dem Kursrutsch gestern geradezu gezwungen, auf die Zölle einzugehen", kommentierte ein Händler. Die Märkte dürfen auf jeden Kommentar zu ihrer Auswirkung auf die US-Wirtschaft und Inflation lauern, sagte Kristina Clifton von der Commonwealth Bank of Australia.
Gut kommen die Geschäftszahlen von Redcare Pharmacy (+1,1%) in ersten Einschätzungen aus dem Handel an. Das Wachstum sei im ersten Quartal weiter gut verlaufen, rund 600.000 Neukunden seien gewonnen worden, heißt es. Der Umsatz legte organisch um 28 Prozent zu. Vor allem der Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland legte zu, die Marge soll positiv bleiben.
Quelle: stock3.com